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Denkmalversichert
Grundlagen

Wert 1914 berechnen — der Schlüssel zu Ihrer Denkmal-Wohngebäudeversicherung (2026)

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Birkan Kati
Birkan Kati

Gebundener Versicherungsvertreter (DEVK) · Spezialist für Denkmalversicherung

Wert 1914 berechnen für Denkmal-Wohngebäudeversicherung: Formel, Goldmark-Tabelle, 3 Beispielrechnungen, Bauteil-Aufschläge — Praxis-Guide 2026.

Grundlagen-Wissen

Wert 1914 berechnen — der Schlüssel zu Ihrer Denkmal-Wohngebäudeversicherung (2026)"

Die kurze Antwort vorweg

Den Wert 1914 berechnen Sie nach der Formel:

Wohnfläche (m²) × Bauwert pro m² in Goldmark des Jahres 1914

Der so ermittelte Wert ist die historische Bemessungsgrundlage Ihrer Wohngebäudeversicherung. Über den Baupreisindex rechnet der Versicherer ihn jährlich auf den aktuellen gleitenden Neuwert hoch — das ist der Betrag, den Sie im Schadensfall tatsächlich bekommen würden.

Bei einem Denkmal liegt der Wert 1914 typisch zwischen 8 und 30 Goldmark/m², bei Standardhäusern eher bei 3–8 Goldmark/m². Der Unterschied ist der historische Bauaufwand für Stuck, Bleiverglasung, Sichtfachwerk, Naturstein-Fassade, originaler Dachstuhl. Wer diesen Aufwand bei der Berechnung unterschätzt, ist später dauerhaft unterversichert — auch wenn die Police „gleitender Neuwert" sagt.

Diese Anleitung erklärt den Wert 1914 vollständig: Was er ist, wie er berechnet wird, wo Denkmale anders sind, und wie Sie eine Korrektur einleiten, wenn Ihr aktueller Wert zu niedrig ist. Wenn Sie den Wert für Ihr Objekt direkt berechnen lassen wollen, nutzen Sie unsere kostenlose Wertermittlung in 2 Minuten.

Was bedeutet „Wert 1914"?

Der Wert 1914 ist ein historischer Bezugswert in der Wohngebäudeversicherung. Er beschreibt die Summe, die ein vergleichbares Gebäude zur Bauzeit 1914 in Goldmark gekostet hätte — also vor dem Ersten Weltkrieg, in einer wirtschaftlich stabilen Periode mit verlässlichen Baupreisen.

Warum gerade 1914? Weil dieser Wert eine inflationsneutrale Bezugsgröße ist. Egal wie sehr die Baukosten in den nächsten 30 Jahren steigen oder fallen — Ihr Wert 1914 bleibt konstant. Der Versicherer multipliziert ihn jährlich mit einem Baupreisindex und kommt so auf den aktuellen gleitenden Neuwert.

Die drei Werte im Zusammenhang

BegriffBedeutungVerwendet für
Wert 1914Historischer Bauwert in Goldmark/m²Bezugsgröße in Police
BaupreisindexFaktor, mit dem 1914 → heute hochgerechnet wirdJährliche Anpassung
Gleitender NeuwertAktueller WiederherstellungswertAuszahlung im Schaden
WiederaufbauwertTatsächliche Kosten für WiederaufbauRealer Geldbetrag heute

So wird der Wert 1914 berechnet

Die Berechnung ist im Grunde einfach:

Formel:

Wert 1914 = Wohnfläche × Bauwert pro m² 1914 (Goldmark)

Beispiel: Fachwerkhaus 140 m², Bj. 1820

  • Wohnfläche: 140 m²
  • Bauwert/m² 1914 für Fachwerk mit Sichtbalken: 22 Goldmark
  • Wert 1914 = 140 × 22 = 3.080 Goldmark

Umrechnung in heutigen Wiederaufbauwert

  • Baupreisindex 2026 (Annahme): rund 1.900 (Basis 1914 = 100)
  • Aktueller Wiederaufbauwert = 3.080 × 19 = 585.200 €

→ Das ist die Summe, die im Schaden ausgezahlt würde — vorausgesetzt, der Wert 1914 wurde korrekt erfasst.

Welche Bauwerte gelten 1914?

Die Bauwerte pro m² (Goldmark, Wohnhausbau) liegen vom Versicherer veröffentlicht meist in folgendem Rahmen:

BauartBauwert pro m² 1914
Einfaches Reihenhaus, Massivbau4–8 Goldmark
Standardvilla, Backstein, Bj. 1900–19308–14 Goldmark
Bauernhaus, Fachwerk einfach10–16 Goldmark
Fachwerkhaus mit Sichtfachwerk16–24 Goldmark
Gründerzeit-Stadtvilla mit Stuck18–26 Goldmark
Reetdach-Bauernhaus14–22 Goldmark
Klassizistisches Stadthaus mit Naturstein22–32 Goldmark
Schloss, Burg, Großdenkmal30–80 Goldmark
Sakralbau mit Bleiverglasung40–120 Goldmark

Die exakten Werte variieren je nach Versicherer und Region. Ein spezialisierter Sachverständiger liefert objektgenaue Zahlen.

Warum der Wert 1914 bei Denkmalen oft falsch angesetzt wird

Standard-Versicherer setzen den Wert 1914 für ein Denkmal häufig wie für ein Standardhaus an — was zu niedrig sein kann. Drei typische Fehler:

Fehler 1: Sichtfachwerk wird ignoriert

Ein 140-m²-Fachwerkhaus mit Sichtfachwerk wird als 6 Goldmark/m² veranschlagt statt korrekt 18–22 Goldmark/m². Differenz: rund 400.000 € weniger Wiederaufbauwert.

Fehler 2: Stuck wird pauschalisiert

Stuckdecken werden gar nicht in den Wert 1914 eingerechnet — obwohl sie historisch 3–8 Goldmark/m² Wandfläche addieren würden.

Fehler 3: Bleiverglasung und Naturstein nicht berücksichtigt

Originale Bleifenster, Sandstein-Fassade, handgeschnitzte Türen — alles Bauteile, die den Wert 1914 erhöhen müssten, von Standard-Versicherern aber als „normaler Putz" oder „Standardfenster" gerechnet werden.

[BIRCAN-CASE: Bitte einen Praxis-Fall einfügen — Mandant mit zu niedrig angesetztem Wert 1914, Police-Check, Korrektur, neuer Wert und Prämienänderung.]

Beispielrechnung: Wert 1914 für drei typische Denkmale

Beispiel A — Fachwerkhaus, Niedersachsen, Bj. 1820

PositionWert
Wohnfläche140 m²
Bauwert 1914 pro m²22 Goldmark
Wert 19143.080 Goldmark
Baupreisindex 20261.900
Wiederaufbauwert 2026ca. 585.200 €

Beispiel B — Gründerzeit-Stadtvilla, Berlin, Bj. 1898

PositionWert
Wohnfläche280 m²
Bauwert 1914 pro m²24 Goldmark
Wert 19146.720 Goldmark
Baupreisindex 20261.900
Wiederaufbauwert 2026ca. 1.276.800 €

Beispiel C — Reetdach-Bauernhaus, Schleswig-Holstein, Bj. 1750

PositionWert
Wohnfläche180 m²
Bauwert 1914 pro m²20 Goldmark (inkl. Reetdach-Aufschlag)
Wert 19143.600 Goldmark
Baupreisindex 20261.900
Wiederaufbauwert 2026ca. 684.000 €

Wie kommt der Baupreisindex zustande?

Der Baupreisindex wird vom Statistischen Bundesamt monatlich veröffentlicht. Er misst die Veränderung der durchschnittlichen Baupreise gegenüber dem Basisjahr (oft 2015 = 100, intern umgerechnet auf 1914 = 100). Aktuell (Stand 2026) liegt der Wert bei rund 1.900 Punkten — was bedeutet: was 1914 1 Goldmark kostete, kostet heute rund 19 €.

Versicherer nutzen häufig einen gewichteten Index für Wohnhausbau. Bei Denkmalen wäre eigentlich ein Restauratoren-Index sinnvoll — der liegt rund 20–40 % höher als der allgemeine Baupreisindex. Spezialisierte Policen haben diese Korrektur eingebaut, Standard-Tarife nicht.

Was passiert im Schaden bei zu niedrigem Wert 1914?

Hier geht es um die Unterversicherung. Wenn Ihre Police mit einem Wert 1914 läuft, der die echten Wiederherstellungskosten unterschätzt, wird im Schaden anteilig gekürzt.

Berechnung der Kürzung

Erstattung = Schadenshöhe × (Versicherungssumme / tatsächlich erforderliche Versicherungssumme)

Beispiel

  • Wert 1914 in Police: 2.000 Goldmark (also 380.000 € Wiederaufbauwert)
  • Tatsächlich nötig: 3.080 Goldmark (also 585.200 €)
  • Verhältnis: 65 %
  • Schadenshöhe: 80.000 € (Wasserschaden)
  • Erstattung: 80.000 × 0,65 = 52.000 €
  • Sie tragen selbst: 28.000 €

→ Eine einmalige Korrektur des Wertes 1914 hätte die 28.000 € erspart. Die Prämienerhöhung dafür liegt typischerweise bei 30–80 €/Jahr.

Unterversicherungs-Verzicht — wie er funktioniert

Bei spezialisierten Policen ist ein Unterversicherungs-Verzicht möglich. Voraussetzung:

  1. Korrekte Erstangabe des Wertes 1914
  2. Anpassung bei Sanierung / Erweiterung
  3. Akzeptanz des Baupreisindex zur jährlichen Aufwertung

Bei korrekter Erfassung garantiert die Police, dass auch bei Baukosten-Inflation immer der volle Wiederherstellungswert ausgezahlt wird, nicht mit Quotierung gekürzt. Diese Garantie ist im Denkmal-Tarif über uns Standard.

Wann der Wert 1914 aktualisiert werden sollte

AnlassEmpfehlung
Nach Sanierung — auch teilweiseSofort neu berechnen
Bei Wohnraum-ErweiterungSofort anpassen
Bei Wechsel des VersicherersImmer prüfen
Alle 5–7 JahreRoutine-Check
Bei Vermarktung / VerkaufVor Verkauf aktualisieren
Nach SchadensfallMit Versicherer abstimmen

Drei Methoden zur Wertermittlung

Methode 1 — Sachverständigen-Begehung

Ein erfahrener Sachverständiger bewertet vor Ort. Dauer: 1–2 Stunden. Kosten: meist im Versicherungsumfang enthalten ab 500.000 € Wiederaufbauwert. Genauigkeit: höchste.

Methode 2 — Foto + Inventar

Sie liefern Fotos, Grundrisse, eine Inventarliste der historischen Bauteile (Stuck, Verglasung, Holzbalken). Wir bewerten anhand der Unterlagen. Genauigkeit: hoch, schneller als Begehung.

Methode 3 — Bestehendes Gutachten

Wenn ein Verkehrswert- oder Versicherungsgutachten vorhanden ist, übernehmen wir die Werte direkt. Vorteil: kein Aufwand. Nachteil: Gutachten älter als 3 Jahre sollten geprüft werden.

[BIRCAN-CASE: Bitte einen Praxis-Hinweis einfügen — welche Methode bei welcher Objektgröße üblicherweise empfohlen wird.]

Was originale Bauteile zum Wert addieren

Diese typischen Denkmal-Bauteile rechtfertigen einen Aufschlag auf den Standard-Bauwert:

BauteilTypischer Aufschlag in Goldmark/m² Wohnfläche
Sichtfachwerk (komplett)+6–12
Stuck-Decke, schlicht+1–3
Stuck-Decke, reich verziert+4–10
Bleiverglasung, originale+2–6
Originale Holzdielen+1–3
Schiefer-Sichtfassade+3–8
Naturstein-Fassade (Sandstein, Granit)+5–15
Reetdach-Eindeckung+4–10
Historische Wandvertäfelungen+2–6
Schmiedeeiserne Geländer/Tore+1–3
Originaler Kachelofen+1–4

Die Summe der Aufschläge addiert sich zum Standard-Bauwert. Ein typisches Fachwerk-Stadthaus mit Sichtfachwerk + Stuck + Bleiverglasung kommt so von 6 Goldmark/m² Standard auf 20–28 Goldmark/m² — das vervierfacht den Wiederaufbauwert.

Häufige Fragen zum Wert 1914

Warum gerade das Jahr 1914? 1914 war das letzte Jahr vor dem Ersten Weltkrieg mit stabilen Baupreisen in Goldmark. Die Versicherungswirtschaft hat sich darauf als inflationsneutralen Bezug geeinigt.

Wie hoch sollte der Wert 1914 bei meinem Haus sein? Ohne Begehung nicht seriös zu sagen — die Bauart, originalen Bauteile, Region und der Sanierungszustand bestimmen den Wert. Faustregel: Fachwerk + Sichtbalken + Stuck → 18–26 Goldmark/m². Massivbau ohne Originalsubstanz → 6–10 Goldmark/m².

Bin ich automatisch unterversichert, wenn der Wert 1914 nicht aktualisiert ist? Nicht automatisch — der Baupreisindex passt jährlich an. Aber wenn der Ausgangswert falsch war (z.B. Stuck nicht eingerechnet), bleibt diese Unterversicherung dauerhaft bestehen.

Was kostet die Korrektur des Wertes 1914? Die Begutachtung selbst ist im DEVK-Tarif über uns kostenfrei. Die Prämienanpassung nach einer Korrektur liegt typisch bei 30–100 €/Jahr mehr, je nach Wertdifferenz.

Was, wenn ich saniere — muss der Wert dann sofort angepasst werden? Ja. Jede Sanierung, die den Wiederherstellungs-Aufwand erhöht (z.B. originale Stuck-Wiederherstellung, neues Schieferdach), sollte zur Wert-1914-Anpassung führen. Wir machen das im Rahmen unserer Jahres-Reviews automatisch.

Wer haftet, wenn der Wert 1914 falsch angesetzt war? Der Versicherungsnehmer hat eine Mitwirkungspflicht. Wenn der Versicherer auf Basis falscher Angaben gerechnet hat, geht das Risiko zu Lasten des Eigentümers. Bei korrekter Erstangabe und Unterversicherungs-Verzicht haftet der Versicherer.

Wo finde ich den Wert 1914 in meiner Police? Im Versicherungsschein steht der Wert meist als „Versicherungswert 1914" oder „Wert 1914" ausgewiesen — in Goldmark, mit dem aktuellen Baupreisindex daneben.

Externe Quellen & weiterführende Informationen

  • Statistisches Bundesamt — Baupreisindex (Grundlage der jährlichen Wertanpassung): destatis.de
  • GDV zu Berechnungsstandards für Wohngebäudeversicherungen: gdv.de
  • Bund Deutscher Architekten (BDA) zu Sachverständigen-Empfehlungen: bda-bund.de
  • Wikipedia: Versicherungswert (Grundlagen der Wert-1914-Methode): de.wikipedia.org/wiki/Versicherungswert

Wie es bei einer Anfrage weitergeht

Wir prüfen den Wert 1914 Ihrer aktuellen Police kostenlos binnen 48 Stunden. Was wir brauchen:

  1. Aktuelle Police als Foto oder PDF
  2. Wohnfläche und Baujahr Ihres Objekts
  3. Foto der Hauptfassade und einer Innenansicht (wenn möglich)
  4. Liste der originalen Bauteile (Stuck, Verglasung, Fachwerk, etc.)

Sie erhalten:

  • Soll-Wert 1914 für Ihr Objekt
  • Differenz zur aktuellen Police
  • Konkrete Empfehlung: Anpassung oder Wechsel
  • Neue Prämie falls Sie umstellen wollen

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