Der Biberschwanz ist ein flacher Dachziegel aus gebranntem Ton, dessen unteres Ende abgerundet ist — namensgebend ist die Ähnlichkeit mit dem Schwanz eines Bibers. Anders als moderne Falzziegel hat der Biberschwanz keine Verfalzung; er wird in mehreren Lagen überlappend verlegt.
Der Biberschwanz ist eine der ältesten und verbreitetsten Dacheindeckungen Mitteleuropas. Verlegt wird er meist als Doppel- oder Kronendeckung, bei der jede Dachfläche von zwei bis drei Ziegellagen geschlossen wird. Das ergibt das charakteristische, ruhige Deckbild vieler Altstadt- und Fachwerkhäuser.
Bedeutung für Denkmaleigentümer
Ein Biberschwanzdach prägt das Erscheinungsbild eines Hauses und steht bei einem Denkmal meist unter Schutz. Bei einer Umdeckung verlangt die Denkmalbehörde in der Regel wieder Biberschwanzziegel — oft in historischer Optik oder unter Wiederverwendung der alten, noch intakten Ziegel. Eine moderne Betondachpfanne ist dann keine zulässige Alternative.
Der Biberschwanz in der Versicherung
Die Doppel- oder Kronendeckung mit Biberschwanzziegeln braucht deutlich mehr Ziegel pro Quadratmeter als ein modernes Falzziegeldach — und mehr Arbeitszeit beim Decken. Nach einem Sturm- oder Hagelschaden ist die denkmalgerechte Wiederherstellung daher teurer als bei einem Standarddach.
Sturm- und Hagelschäden am Dach sind über die Wohngebäudeversicherung grundsätzlich gedeckt. Damit die Police den vollen Aufwand trägt, muss der Wiederaufbauwert die historische Eindeckung berücksichtigen — sonst droht eine Unterversicherung. Eine erste Einschätzung liefert die kostenlose Wertermittlung; welche Police zu einem geschützten Gebäude passt, zeigt die Seite Wohngebäudeversicherung für Denkmäler.
