Der Dachstuhl ist das tragende Holzgerüst eines Daches — die Konstruktion aus Sparren, Pfetten und Balken, die die Dachhaut trägt und die Lasten ins Mauerwerk ableitet.
Bei historischen Gebäuden ist der Dachstuhl oft mehr als reine Statik. Handwerklich gezimmerte Konstruktionen, alte Verbindungstechniken ohne Nägel und mächtige Eichenbalken sind Teil des Denkmalwerts. Ein historischer Dachstuhl lässt sich im Schadenfall nicht durch eine Fertigkonstruktion ersetzen.
Risiken für den Dachstuhl
Der Dachstuhl ist mehreren Gefahren ausgesetzt. Sturm kann die Dachhaut abdecken und Regen eindringen lassen, dauerhafte Feuchtigkeit lässt Holz faulen, und Schädlinge wie der Holzwurm oder der Hausschwamm zerstören die Substanz von innen. Die größte Einzelgefahr ist der Brand: Ein Dachstuhlbrand bedeutet meist den Verlust der gesamten Konstruktion.
Der Dachstuhl in der Wohngebäudeversicherung
Schäden am Dachstuhl durch Feuer, Sturm, Hagel oder Leitungswasser sind über die Wohngebäudeversicherung grundsätzlich gedeckt. Entscheidend ist die Höhe der Versicherungssumme: Ein historischer Dachstuhl muss im Schadenfall in originaler Bauweise wiederhergestellt werden — durch Zimmerei-Fachbetriebe, mit passenden Hölzern und Verbindungen. Das ist deutlich teurer als ein moderner Dachstuhl. Wird der Gebäudewert pauschal angesetzt, entsteht hier schnell eine Unterversicherung.
Nicht gedeckt sind dagegen Schäden durch allmähliche Einwirkung — etwa Schädlingsbefall oder Fäulnis aus jahrelanger Vernachlässigung. Diese fallen in die Instandhaltungspflicht des Eigentümers.
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