Bleiverglasung ist eine historische Verglasungstechnik: Einzelne Glasstücke werden in Bleiruten — schmale Profilstege aus Blei — gefasst und an den Kreuzungspunkten verlötet. So entsteht eine Fläche aus vielen kleinen Scheiben.
Bekannt ist die Bleiverglasung vor allem von Kirchenfenstern, sie findet sich aber auch an Gründerzeit- und Jugendstilhäusern — als Oberlicht, Treppenhausfenster oder farbiges Zierfenster. Die Technik ist reines Kunsthandwerk.
Bedeutung für Denkmaleigentümer
Historische Bleiverglasungen sind oft geschützter Bestand eines Denkmals. Sie altern: Das Blei ermüdet, Felder werden bauchig, Glas bricht. Eine Restaurierung gehört in die Hände spezialisierter Glaswerkstätten — ein einfacher Austausch gegen modernes Glas ist bei einem Denkmal in der Regel nicht zulässig.
Bleiverglasung in der Versicherung
Für die Wohngebäudeversicherung ist die Bleiverglasung ein hochwertiges Bauteil mit entsprechendem Wiederherstellungswert. Geht ein bleiverglastes Fenster durch einen versicherten Schaden — etwa Sturm, Hagel oder Brand — zu Bruch, ist der denkmalgerechte Nachbau durch eine Fachwerkstatt teuer. Eine pauschale Bewertung unterschätzt das.
Worauf es bei stuck- und detailreichen historischen Häusern ankommt, zeigt der Ratgeber Gründerzeithaus versichern. Eine Werteinschätzung für Ihr Objekt liefert die kostenlose Wertermittlung.
