Kalkputz ist ein Putz, der Kalk als Bindemittel verwendet. Sein entscheidendes Merkmal ist die Diffusionsoffenheit: Er lässt Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen, statt sie einzuschließen. Genau deshalb ist er der typische Putz historischer Gebäude.
Bis ins 20. Jahrhundert war Kalkputz Standard. Moderne Zementputze sind dichter und fester — was bei alten, feuchteempfindlichen Wänden zum Problem wird: Eingeschlossene Feuchtigkeit kann Mauerwerk und Holzbauteile schädigen und Salze ausblühen lassen. In der Denkmalpflege ist Kalkputz daher fast immer die geforderte Lösung.
Bedeutung für Denkmaleigentümer
Wer ein Denkmal saniert, wird die Fassade in aller Regel mit Kalkputz instand setzen müssen — die Denkmalbehörde schreibt materialgerechtes Arbeiten vor. Kalkputz ist in Material und Verarbeitung aufwendiger als ein einfacher Maschinenputz; er braucht Fachhandwerk und Zeit. Diese Mehrkosten gehören zum realistischen Bild, wenn man den Wiederaufbauwert eines historischen Gebäudes einschätzt.
Was das für die Versicherung bedeutet
Für die Wohngebäudeversicherung ist der entscheidende Punkt der Wiederaufbauwert. Muss eine Fassade nach einem versicherten Schaden — etwa einem Brand — wiederhergestellt werden, schreibt die Denkmalbehörde die historische Bauweise vor: Kalkputz, ausgeführt durch Fachbetriebe. Das ist teurer als ein Standardputz.
Eine Police mit pauschaler Quadratmeter-Bewertung bildet solche Mehrkosten oft nicht ab. Wichtig sind daher ein korrekt ermittelter Gebäudewert und eine Mehrkostenklausel für Denkmalauflagen, die genau diese behördlich verlangten Mehraufwendungen absichert.
Eine erste Orientierung zum Gebäudewert liefert die kostenlose Wertermittlung. Welche Police zu einem geschützten Gebäude passt, zeigt die Seite Wohngebäudeversicherung für Denkmäler.
