Ein Krüppelwalmdach ist eine Dachform, die zwischen Satteldach und Walmdach steht. Der Giebel ist weder voll ausgebildet noch ganz abgewalmt: Im oberen Bereich schneidet eine kleine, schräge Walmfläche — der Krüppelwalm oder Schopfwalm — das Giebeldreieck ab. Der untere Giebelteil bleibt senkrecht.
Diese Mischform findet sich an vielen historischen Bauernhäusern, Fachwerkhäusern und Landhäusern. Der Krüppelwalm schützt den oberen Giebel vor Wind und Schlagregen — ein praktischer Grund, warum sich die Form über Jahrhunderte gehalten hat.
Bedeutung für Denkmaleigentümer
Die Dachform ist bei einem Denkmal Teil des geschützten Erscheinungsbilds. Wer Dach oder Gauben verändern will, braucht die Zustimmung der Denkmalbehörde — eine Umdeckung oder Reparatur muss die ursprüngliche Form wahren. Das gilt auch nach einem Schaden: Wiederhergestellt wird in der originalen Geometrie, nicht als einfaches Satteldach.
Das Krüppelwalmdach in der Versicherung
Für die Wohngebäudeversicherung ist die Dachform vor allem ein Kostenfaktor. Ein Krüppelwalmdach hat mehr Flächen, Grate und Anschlüsse als ein schlichtes Satteldach — die Wiederherstellung nach einem Sturm- oder Brandschaden ist entsprechend aufwendiger. Hinzu kommt die denkmalgerechte Ausführung in der vorgeschriebenen Form.
Beides gehört in eine realistische Ermittlung des Wiederaufbauwerts. Eine Standard-Police mit pauschaler Bewertung unterschätzt aufwendige historische Dächer leicht. Eine erste Orientierung liefert die kostenlose Wertermittlung; welche Police zu einem Denkmal passt, zeigt die Seite Wohngebäudeversicherung für Denkmäler.
