Lehmbau ist der Oberbegriff für Bauweisen, die den Baustoff Lehm verwenden. Dazu zählen Stampflehmwände, Lehmsteine, Strohlehm (Leichtlehm) und Lehmputz. Lehm ist diffusionsoffen, feuchteregulierend und seit Jahrtausenden ein bewährter Baustoff.
In historischen Gebäuden begegnet Lehm vor allem als Ausfachung im Fachwerk und als Putz. Das Material nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab — es hält das Holzgefüge trocken. Genau deshalb ist es mit modernen, dichten Baustoffen unverträglich.
Bedeutung für Denkmaleigentümer
Bei der Sanierung eines Denkmals ist Lehm fast immer die materialgerechte Wahl — die Denkmalbehörde verlangt, die bauphysikalische Logik des historischen Hauses zu erhalten. Lehmarbeiten brauchen Fachhandwerk; mit Zementputz oder dichten Dämmstoffen ausgebesserte Lehmwände führen häufig zu Feuchteschäden.
Was das für die Versicherung bedeutet
Für die Wohngebäudeversicherung ist Lehmbau ein Kostenfaktor im Wiederaufbauwert. Wird nach einem versicherten Schaden Bausubstanz wiederhergestellt, schreibt die Denkmalbehörde die historische Bauweise vor — Lehm durch Fachbetriebe statt Standardmaterial. Diese Mehrkosten müssen in der Versicherungssumme und idealerweise über eine Mehrkostenklausel für Denkmalauflagen abgesichert sein.
Eine erste Einschätzung des Gebäudewerts liefert die kostenlose Wertermittlung. Welche Police zu einem geschützten Gebäude passt, zeigt die Seite Wohngebäudeversicherung für Denkmäler.
